Ciao Sicilia!

Lange haben wir darüber nachgedacht wo wir den Jahreswechsel verbringen möchten, nach einigem Hin und Her ist es letztendlich Sizilien geworden!

 

Klar war, wir wollen Sonne und es so warm wie möglich, aber nicht so lange fliegen - in der Endauswahl waren Athen und Sizilien, der Mann hat entschieden also auf nach Bella Italia - auf zu Sonne, Pizza, Pasta und natürlich dem ein oder anderem Gläschen Wein!

 

Am 29.12.2017 sind wir in den Flieger nach Catania gestiegen, in Italien hatten wir uns bisher sehr wohl gefühlt, waren aber gespannt, wie sich der südliche Teil des Landes vom vorher bereisten Norden unterscheidet. Beim Gedanken an die größte aller Mittelmeerinseln kamen uns im Vorhinein besonders zwei Sachen in den Sinn: Die Mafia und Zitronen! Auf Beides sind wir gestoßen, auf ersteres allerdings nur in Souvenirläden.....

 

Umgebung

 

Sizilien ist ungefähr so groß wie Belgien und liegt nur 3 km südwestlich von der italienischen Stiefelspitze. Die Insel ist umgeben vom Tyrrhenischen Meer, dem Mittelmeer und dem Ionischen Meer im Osten.

 

Die zwei größten Flughäfen sind Palermo und Catania und besonders einfach und günstig mit Ryanair zu erreichen.

 

Wir waren in den 6 Tagen an der Ostküste unterwegs und hatten zwei verschiedene Unterkünfte - in Noto das "B&B Giulio" und in Taormina das "B&B Tauromenion", beide können wir uneingeschränkt weiterempfehlen.

 

Kleiner Tipp: In den Wintermonaten kann es nachts schon ziemlich kalt werden und die Zimmer sind oft nur durch Klimaanlagen zu beheizen, nehmt euch auf jeden Fall ein paar dicke Socken mit!


Land und Leute

 

Unser erster Eindruck: "Mini-Kulturschock" - Sizilianer haben schon ein sehr spezielles Temperament.

 

Sizilianer sind laut, aber herzlich, voller Temperament und Ungeduld und ganz anders als die Italiener im Norden. Wir hatten super gastfreundliche B&B-Gastgeber und haben uns trotz großer Sprachbarrieren irgendwie doch gut miteinander unterhalten und gemeinsam lachen können.

 

Wir haben uns in Italien wieder sehr wohl gefühlt.

 

Auf dem Rückflug wurde das Flugzeug allerdings in eine Art Comedy-Studio verwandelt, ein Sizilianer hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Fluggäste zu unterhalten, es folgten zwei Stunden unentwegtes lachen, klatschen und animieren, das war uns dann doch irgendwie zu viel des Guten....

Noto und das Val di Noto

 

Unser erster Stop: Noto - Weltkulturerbe

 

Die UNESCO hat Noto und einige andere umliegenden Städte des Val di Noto 2002 in die Liste der UNESCO World Heritage aufgenommen, zurecht, die Städte sind wunderschön, haben alle ihr eigenes Flair und werden nicht umsonst die "goldenen Städte" genannt.

 

Neben Noto haben wir uns die Orte Scicli, Modica und Ragusa angesehen, Noto und Modica sind sehr lebendige Städte, in denen auch am Abend einiges los ist, Scicli und Ragusa hingegen sind recht ruhig und entspannt.

 

Unsere Tipps für Modica:

  • Ein Abend in Modica mit einem Essen in der Trattoria L´Arco (den Tipp haben wir von unserem B&B-Gastgeber Giulio erhalten) 
  • Nachtisch im Café dell´Arte - unbedingt die typisch sizilianischen Cannoli probieren - die Besten, die wir bisher gegessen haben

Eine Fahrt entlang der Südostküste

 

Von unserem B&B-Gastgeber wurde uns der kleine Fischerort Marzamemi empfohlen, er ist von Noto innerhalb von 15 Minuten Autofahrt zu erreichen. Als wir ankamen wurde es langsam dunkel, kurz nach Weihnachten war noch überall die Deko und die Beleuchtung angebracht und es waren fast nur Einheimische unterwegs - schon irgendwie ein bisschen romantisch.

 

Im Sommer ist Marzamemi ein gern besuchter Badeort, mit alten Gebäuden, guten Restaurants und kleinen Lädchen und zu jeder Jahreszeit absolut sehenswert.

 

Am nächsten Tag sind wir die Küste runter zum Portopalo di Capo Passero gefahren, der Ort an dem das Ionische und das Mittelmeer zusammentreffen, beobachten kann man dies an den vorgelagerten Inseln Isola delle Correnti und Isola di Capo Passero, die im Sommer auch tolle Badestrände bieten.

 

Eine Stunde weiter haben wir die Strände von Donnaluca, Marina di Ragusa und Plaja Grande angeschaut, die Meerluft genossen und die Wellen beobachtet. Leider wird hier aufgrund des starken Wellengangs sehr viel  Müll angespült und in den Wintermonaten räumt hier niemand auf, das Müllproblem findet man eben nicht nur in Asien, sondern auch vor unserer Haustür.

 

Mit dem Mietwagen lässt sich alles innerhalb eines Tages erkunden, die Straßen waren teilweise so leer, dass wir das Gefühl hatten, auf einer verlassenen Insel rumzufahren. In der warmen Jahreszeit wird hier einiges los sein, wenn ihr mehr Zeit habt, lassen sich auch noch die Scala die Turchi dranhängen, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten auf Sizilien.

 

Riserva naturale orientata Oasi faunistica di Vendicari

 

Was ein Name - Dahinter verbirgt sich ein kleines Naturschutzgebiet an der Küste bei Noto. Durch das Reservat führen einige wirklich schöne Wanderwege, im Winter muss man nicht einmal Eintritt zahlen. Nach ca. 15 Minuten Fußweg findet man den Calamosche Beach, ein zwischen Felsen eingebetteter Strand an dem man im Sommer entspannen und schwimmen kann.

 

Besonderheit des Naturschutzgebietes sind die "Pantani",  kleine Seen in den Küstendünen, sowie die Ruinen einer alten Thunfischfabrik aus dem 16. Jahrhundert, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts betrieben wurde.

 

Rund um den Park befinden sich einige Organgen- und Zitronenhaine und wenige kleine Restaurants, die nur in den warmen Monaten geöffnet haben.

 

Wir haben die kleine Wanderung sehr genossen, es gibt mehrere tolle Badestrände, man findet sich gut zurecht und für alle die, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, gibt es einen Campingplatz direkt am Rand des Parks.

 

Syrakus

 

Die um 730 v. Christus gegründete Stadt war in der Antike die größte und wichtigste Stadt Siziliens und das kulturelle Machtzentrum der Insel.

 

Die Altstadt befindet sich im Kern auf der Halbinsel Ortygia und ist mit dem Festland über eine schmale Straße verbunden.

 

Syrakus ist eine lebhafte Stadt, mit wunderschönen Gebäuden, glasklarem Wasser, vielen kleinen Gassen und dem ein oder andere Café, Restaurant und auch für Möglichkeiten zum Shopping ist gesorgt.

 

Die Altstadt von Syrakus gehört jetzt auf jeden Fall zur Top 3 unserer Lieblingsstädte.

 

Unser Tipp: Einen Cappuccino im Caffe D´Ortigia trinken, das beste Café der Stadt, hier treffen sich auch die Einheimischen.

 

Taormina

 

Taormina ist einer der Hot-Spots der Insel, liegt in der Nähe des Ätna und wurde in die  Hügel an der Ostküste gebaut.

 

Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten sind die Isola Bella und das griechisch römische Theater, das einem ein Bild für die Götter liefert.

 

Der Eintritt ist allerdings nicht gerade günstig, für 10 € pro Person wird einem Einlass gewährt, lohnen tut es sich aber auf jeden Fall, der Blick auf die Bucht von Naxos und den Ätna  ist etwas ganz besonderes.

 

Vom antiken Amphitheater kann man zu Fuß in ca. 20 Minuten die Isola Bella erreichen, allerdings nur über eine lange, sehr lange Treppe. Die Isola Bella direkt kann nur zu Fuß durchs Wasser betreten werden, besichtigen kann man sie ausschließlich mit einer geführten Tour, weil diese in privatem Besitz ist.

 

Durch Zufall haben wir herausgefunden, dass sich an der kurzen Treppe, die von der Straße zum Strand führt, eine Bushaltestation befindet, den 45 minütige Weg ins Zentrum von Taormina könnt ihr euch also sparen, die fahrt kostet ca. 2€.

 

Unsere Tipps für Taormina:

  • Unbedingt eine Pizza in der Pizzeria Villa Zuccaro essen - bezahlbar und absolut köstlich
  • Hoch zur Burg von Taormina fahren und den Blick auf Taormina und das antike griechisch römische Theater genießen
  • Mit dem Mietwagen: Es gibt kaum Parkplätze in Taormina, am einfachsten kann man im Parkhaus Lumbi parken (allerdings ziemlich teuer), von dort aus wird man mit dem wirklich ständig fahrenden Shuttlebus kostenlos ins Zentrum gebracht
  • Für die Mutigen: Sucht euch irgendwo einen Platz, wo euer Auto hinpasst und kein Schild mit der Aufschrift "residents only" angebracht ist

Castelmola

 

Castelmola ist das "Adlernest" oberhalb von Taormina.

 

Schon in Taormina hat man eine Wahnsinnsaussicht, aber Castelmola toppt das Ganze mit seinen 550 Metern über dem Meeresspiegel. Der kleine Ort ist recht überschaulich, es gibt eine Handvoll Restaurants, ein paar kleine Läden und die Burg, nachdem der Ort benannt wurde.

 

Unser Tipp: Wenn es wolkenlos ist, kann man von dort aus einen tollen Sonnenuntergang hinter dem Ätna beobachten!

 

Ätna

 

Der Ätna ist ein ständig aktiver und der größte Vulkan Europas. Er  liegt rund 3330 Meter über dem Meeresspiegel und wurde von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen.

 

Allein der Blick von den Küstenorten und Taormina auf den Ätna ist beeindruckend, aber auch ein Ausflug auf den Vulkan ist empfehlenswert, unserer Meinung nach aber nur bei gutem Wetter. Wir hatten bereits an einem Tag mit Regen/Schnee auf dem Ätna versucht, rauf zur Refugio Sapienza, der Station an der Südseite des Ätna zu fahren, ungefähr ab der Hälfte konnte man aber kaum noch etwas sehen uns wir sind wieder umgekehrt. Dafür hatten wir am nächsten Tag einen strahlend schönen Tag und bevor wir zurück zum Flughafen sind, haben wir einen Abstecher auf den brodelnden Berg gemacht.

 

Die Straße (aus Richtung Catania) ist sehr gut ausgebaut, da die meisten Autos auf Sizilien aber nur Sommerreifen haben, sollte man vorsichtig sein, denn je nach Jahreszeit können eine dicke Schneedecken und Minusgrade auf der Spitze warten.

 

Ab dem Refugio Sapienza hat man die Möglichkeit, mit einer Seilbahn auf die Spitze des Vulkans zu fahren, eine richtige Wanderung empfiehlt sich dort aber nur mit einem Bergführer und ist ohne untersagt. Eine Fahrt mit der Bahn ist nicht ganz günstig und lohnt sich auch nur bei einer richtigen Wanderung.

 

Uns hat eine Erkundung rund um die Bergstation völlig ausgereicht, Essen in einem der Bergrestaurants ist allerdings völlig unerschwinglich und überteuert, am Besten bringt man sich selbst ein bisschen Proviant mit.

 


Reiseführer-Empfehlungen für Sizilien:

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